Brand im Geschichtspark

Im Rahmen der experimentellen Archäologie beobachten wir dieses Wochenende wieder verschiedene Aspekte des mittelalterlichen Lebens. Eine Fragestellung lautet: Wie gut speichern die mittelalterlichen Häuser bei so niedrigen Temperaturen wie zurzeit die Wärme?

Unsere Helfer beheizten dazu verschiedene Haustypen mit den damaligen Mitteln. Leider kamen wir mit diesem Experiment zu einer unerwarteten Ergebnis: Der Funkenschutz in einem der frühmittelalterlichen Häuser ist über die mittelalterlich bekannten Maßnahmen hinaus zu erweitern. Ein kleiner Funke reichte aus, um das Strohdach zu entzünden.

Die zuständige Brandwache des Vereins reagierte fix.
Sofort begann der Helfer mit einem modernen Feuerlöscher den Brand zu bekämpfen. Er konnte ihn aber leider nicht löschen. Das Reet war trotz des Schneefalls so trocken, dass sich das Feuer in seinem Inneren im Nu verbreitete.
Immerhin konnte er es aber in Schach halten, bis Personen und Hausinventar aus dem Gebäude waren und die Feuerwehr da war.

Es war beängstigend zu sehen, wo immer wieder Feuerzungen aus dem scheinbar unversehrten Dach herausbrachen. Löschen und herabziehen des Reetbelags musste gleichzeitig erfolgen. Die beteiligten Feuerwehrleute konnten ganz neue Erfahrungen sammeln.

Der Wind stand günstig, so dass kein weiteres Haus gefährdet war. Die Folgeschäden können wir noch nicht abschätzen, im Haus steht das Wasser knöchelhoch, die Lehmwände sind jetzt vor dem Frost sehr durchnässt und große Teile der Wiesen sind tief durchfahren von den Feuerwehrautos.

Es war gut zu sehen, dass unser Notfallkonzept aufging, obwohl es das hinterste Haus im Dorf war, war es erreichbar und auch der Zugang zum Löschwasser funktionierte reibungslos.

Unser großer Dank gilt vor allem den beteiligten Feuerwehren, die sofort zur Stelle waren, sodass zumindest das Balkengerüst und die Lehmwände unversehrt blieben.

Als kleines Dankeschön laden wir die beteiligten Einsatzkräfte zu einer Führung durch den Geschichtspark ein.