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Termine

Veranstaltung 

Titel:
Slawische Lichtmess
Wann:
05.02.2012 10.00 h - 18.00 h
Wo:
Geschichtspark Bärnau - Bärnau
Kategorie:
Fest/ Treffen

Beschreibung

Das kirchliche Fest entstand im 4. Jahrhundert in Jerusalem als Nebenfest von Christi Geburt und wurde im 5. Jahrhundert durch den Brauch der Lichterprozession angereichert. Das Festdatum war hier anfangs der 14. Februar (berechnet vom Fest der Erscheinung des Herrn ab), ab dem 6. Jahrhundert der 2. Februar (berechnet vom 25. Dezember).

In der Antike bereiteten die Bewohner der Stadt den ersten Einzug des Herrschers vor, indem sie ihm entgegengingen, um dann mit ihm in die Stadt zu ziehen. Seinem Kommen entspricht ihr Entgegengehen. Als das liturgische Fest in Jerusalem entstand, lag auf dem Weg nach Betlehem ein Kloster, das eine Frau namens Hikelia gegründet hatte. Hikelia soll ihre Mönche mit Kerzen ausgestattet haben für diesen Weg Christus entgegen – und dann mit ihm in die heilige Stadt hinein. Mit Kerzen in den Händen gehen fortan – und bis heute – die Menschen an diesem Tag Christus entgegen. Im Licht der Kerzen begleiten sie sein Kommen – nun nicht mehr in das palästinische Jerusalem, sondern in ihre Pfarrkirche als in ihr Jerusalem.

Lichtmess galt in der katholischen Kirche früher als Ende der Weihnachtszeit. Noch heute bleiben in vielen katholischen Kirchen und Häusern Krippe und Weihnachtsbaum bis zum 2. Februar stehen. In Sachsen und in einigen Regionen des Erzgebirges ist es nach wie vor üblich, den weihnachtlichen Schmuck der kirchlichen Räume bis zum 2. Februar zu lassen. In dieser Gegend wird oft auch mit sogenannten Lichtergottesdiensten das Ende der Weihnachtszeit begangen.
Die katholische Kirche feiert den Tag in Erinnerung altchristlichen Jerusalemer Brauchtums mit Kerzensegnung und Luzernar . Der Tag hat im allgemeinen römischen Kalender den Rang eines Festes. Von den gesegneten Kerzen erwartete man vielfach eine Unheil abwendende Wirkung. Die Ostkirche nennt das Fest Hypapante (Begegnung). Auch die lutherische Kirche behielt das Datum in ihrem liturgischen Kalender.

In der anglikanischen Kirche wird das Fest ebenfalls gefeiert. Analog heißt der Tag im Englischen Candlemas, ‚Kerzenmesse‘. Candelaria, Lichtmess leiten sich davon ab, dass an diesem Tag die Kerzen geweiht wurden: Wenn man sie nicht mehr zu Beleuchtungszwecken im Haushalt braucht, kann man sie sakraler Bestimmung übergeben – und zu den Karwochen- und Osterfeierlichkeiten herrschte großer Bedarf an Kerzen.

Verbreitet ist der Spruch, gegenüber der Wintersonnwende verlängere sich der Tag „an Weihnachten um einen Hahnentritt, an Neujahr um einen Männerschritt, an Dreikönig um einen Hirschensprung und an Lichtmess um eine ganze Stund’“. Traditionell sagt man auch, dass ab dem 2. Februar wieder bei Tageslicht zu Abend gegessen werden kann.
Lichtmess ist auch der Beginn des Bauernjahres, an dem die Arbeit wieder aufgenommen wurde. An diesem Tag endete das Dienstbotenjahr. Das Gesinde bekam den Rest seines Jahreslohnes ausbezahlt und konnte – oder musste – sich eine neue Dienststelle suchen, oder seinen Arbeitsvertrag beim alten Dienstherrn, üblicherweise per Handschlag, um ein weiteres Jahr verlängern.
Verbreitet war auch der Brauch, dem Gesinde zu Lichtmess ein Paar Schuhe als Lohn zu geben, für die weitere Arbeit, oder die Arbeitssuche . Daneben sollte der Bauer an Lichtmess noch die Hälfte des Futters für die Tiere im Lager haben. Es gibt mehrere Bauernregeln, die Sonnenschein an Lichtmess als ein schlechtes Zeichen für den bevorstehenden Frühling bewerten.

Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
Ist’s zu Lichtmess klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.

In Bayern war Lichtmess bis 1912 gesetzlicher Feiertag.

Im Geschichtspark steht der volkstümliche Charakter des Festes über dem kirchlichen. Da es bislang noch keine Kirche im Baubestand gibt, stellt sich der Ablauf wie folgt dar:
In den belebten Häusern der Darsteller werden alle Kerzen und Talglichter gelöscht, brennendes Holz wird vom Feuer geschoben, bis nur noch die Glut ohne helle Flamme zurückbleibt.
Ein Kerzenträger kommt zum Haus, die Bewohner entzünden eine ihrer Kerzen an seiner und folgen ihm mit dem Licht zum nächsten (dunklen) Haus. Hier wird eine weitere Kerze von den Bewohnern entzündet und sie schließen sich an. Auf diese Weise geht die Prozession reihum von Haus zu Haus, nimmt bei jedem Haus an Zahl zu und vollendet den Rundweg mit ihren Lichtern durch den Park. Beim ersten Haus ankommend, gehen die Bewohner hinein, entzünden an ihrer Prozessionskerze die Lichter im Haus und fachen ihr Herdfeuer wieder an.

So wie die Gruppe zuvor von Haus zu Haus größer wurde, verringert sie sich nun und das Licht kehrt in die Häuser zurück, so wie Sommer, Licht und Wärme in das neue Jahr zurückkehren.

Veranstaltungsort

Ort:
Geschichtspark Bärnau   -   Website