Slawisches Pfostenhaus erhält Dachstuhl

Slawisches PfostenhausIm Geschichtspark Bärnau-Tachov gehen dank des milderen Wetters die Bauarbeiten nun zügig voran. Neben dem Innenausbau des Infozentrums wird natürlich vor allem an den mittelalterlichen Gebäuden gearbeitet. Der neueste Bau ist ein slawisches Pfostenhaus, das diese Woche seinen Dachstuhl erhielt.
Vorbild für das Gebäude aus dem 9. bis 10. Jahrhundert sind archäologische Befunde, auf deren Basis es mit den Original-Materialien Holz, Lehm und Stroh nachgebaut wird. Während die Baumaterialien dem mittelalterlichen Original entsprechen, setzte man zum Heben des Dachstuhls auf moderne Hilfe: Firstpfette und Sparren wurden mit einem Kran an die richtige Stelle gebracht. Die Befestigung erfolgte dann auf authentische Weise mit Eichennägeln.

Besichtigung des PfostenhausesAlfred Wolf, der Vorsitzende des Trägervereins Via Carolina e. V., ließ es sich nicht nehmen, den Gebäudezuwachs selbst zu begutachten. Projektleiter Benjamin Zeitler und Archäologe Stefan Wolters erläuterten ihm den Bauvorgang und die Besonderheiten des Pfostenhauses. Der fast fünf Meter hohe Bau erhält in den nächsten Wochen  noch aus Weiden geflochtene Wände mit einem Lehmbewurf und das Dach wird mit Stroh gedeckt. Das Haus verfügt über zwei Räume, von denen einer auch einen Lehmkuppelofen enthalten wird. Einen Kamin sucht man aber vergeblich: der Rauch zieht lediglich durch die Öffnungen an den Giebelseiten des Daches ab. Neben diesem slawischen Pfostenhaus sind im Geschichtspark in diesem Jahr viele weitere Häuser geplant, das Highlight wird aber mit Sicherheit der Bau der Turmhügelburg, für den die Vorbereitungen schon in den nächsten Wochen anlaufen.

Das Heben des Dachstuhls