Das Frühmittelalterdorf
Das Frühmittelalter
Die Häuser bestehen aus regionalen, nachw
achsenden Rohstoffen. Ohne es zu wissen, bauten unsere Vorfahren schon Öko-Häuser, zudem voll kompostierbar und recycelfähig.
Trotz der einfachen Materialien beherrschte man die Zimmermannstechnik perfekt. Da seit Jahrtausenden mit Holz und Stroh gearbeitet wurde, benutzte man alltäglich Tricks und Kniffe, die wir uns heute erst wieder erarbeiten müssen.
Strohdach und Holzschindeln, Lehmflechtwand, Pfostenbau und Blockbau - all dies wird wiederentdeckt,
ausprobiert und benutzt. Da es keine Pläne oder echte Bauwerke aus der Zeit gibt, müssen wir mit Hilfe der Archäologie und anderer Wissenschaften alle Details zusammentragen. Hierbei profitieren wir von der Zusammenarbeit mit anderen Museen, dem Landesamt für Denkmalpflege und anderen Museen. Für alle Beteiligten ist der rege Austausch ein Gewinn und jeder kleine Erfolg Motivation für neue Ziele. Der Verein Via Carolina ist sich sicher, dass sich bald Spezialisten im Flechtwerk-, Holz-, Stein- und Lehmbau entwickeln werden.
Das Zentrum des Dorfes bildet das Langhaus, es ist der Wohnsitz des mächtigsten Mannes im Ort, Versammlungsraum und Festhalle in Einem. Während der Saal in Lehmtechnik erbaut ist, ist der Privatbereich in aufwendiger Bohlenbautechnik errichtet.
Wie alle Häuser besitzt auch dieses keinen Schornstein. Der Rauch der offenen Feuerstelle verteilt sich unter dem Dach und sucht seinen Weg durch die Öffnungen in den Giebelseiten.
Die anderen Häuser zeugen durch Ausstattung und Größe von Besitz und Stellung ihrer Bewohner. Das Blockhaus und die Pfostenhäuser mit ihren Lehmwänden wirken beinahe gemütlich mit ihren Feuerstellen und Lehmkuppelöfen, doch ist für unser Empfinden alles etwas dunkel, durch die wenigen und kleinen Fenster. Ohne Glas waren diese einfach Löcher in der schützenden Wand und wo Licht hereinkommt, ging Wärme hinaus und so verzichtete man auf diesen Luxus.
Ein Grubenhaus mag uns in seiner geduckten, halb im Boden vergrabenen Bauweise zunächst dunkel und ungemütlich erscheinen, tatsächlich bot es aber allein durch den besseren Schutz vor Wind und Wetter einigen Wohnkomfort. Außerdem fungierten Grubenhäuser auch als Werkstatt oder Lager.



