Archäologisches Freilandmuseum

Das größte seiner Art in Deutschland

Der Geschichtspark ist mit rund 30 rekonstruierten Gebäuden aus dem Mittelalter das größte Museum seiner Art im deutschsprachigen Raum. In drei Siedlungsgruppen sind z. B. ein slawisches Langhaus, eine Turmhügelburg mit dazugehörigen Wohn- und Nebengebäuden sowie eine große Herberge aus dem 9. – 13. Jahrhundert n. Chr. zu besichtigen. Damit zeigt der Geschichtspark in einzigartiger Weise die historische Entwicklung einer Region, die vom Zusammenwachsen der bayrischen Bevölkerung mit den slawischen Siedlern geprägt ist.

Vor allem bei unseren Veranstaltungen vermitteln Darsteller einen lebendigen Eindruck vom damaligen Alltag. Geschichte wird zum Greifen nah – im wahrsten Sinne des Wortes. Wie wohnten die Menschen vor mehr als 1000 Jahren, wie arbeiteten sie, was aßen sie? Wie entwickelten sich Kleidung und Wohnung von 800 bis 1300 n. Chr.?

Machen Sie die Zeitreise und erleben Sie es selbst!

Es ist in erster Linie ein Museum, in dem man nicht nur Gegenstände ansehen darf, sondern ganze Häuser betreten kann. Sie spüren die Atmosphäre, wenn sie in einem Wohnraum stehen, wie er im Früh- und Hochmittelalter üblich war. Sie dürfen die Möbelstücke anfassen, von allen Seiten betrachten und sich die Verwendung von Werkzeugen und Ähnlichem zeigen lassen. Sie schauen Handwerkern beim Bauen oder Hausfrauen beim Kochen direkt über die Schulter.

Das besondere daran ist, dass alle Gebäude orignialgetreue Rekonstruktionen von Häusern sind, die es heute nicht mehr gibt. Der Zahn der Zeit oder – leider – auch das menschliche Streben nach Baugrund haben sie längst zerstört. Wie sie aussahen, können Archäologen jedoch aufgrund von Holz- oder Steinresten nachvollziehen. Mit modernster Technik ist es sogar möglich, das Alter aufs Jahr genau zu bestimmen.

Unsere Herberge ist zum Beispiel exakt nach einem Vorbild entstanden, das auf 1261 datiert ist. Und auch die Ausstattung der Häuser, angefangen von den Möbeln bis hin zu persönlichen Dingen unserer Mittelalter-Darsteller entspricht historischen Funden von Archäologen.

Mehr dazu erfahren Sie in unseren Fachartikeln.

Um „das Mittelalter“ realitätsgetreu abbilden zu können, war natürlich wissenschaftliche Arbeit Voraussetzung. Deshalb gewährleisten nicht nur der Museumsleiter, Archäologe Stefan Wolters, sondern auch ein wissenschaftlicher Beitrat die fachliche Richtigkeit. Stefan Wolters’ Fachrichtung ist die Experimentelle Archäologie. In diesem Zweig testen Experten die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Praxistauglichkeit.

Ein Beispiel dafür: Bei Ausgrabungen wurden immer wieder die Reste von Grubenhäusern gefunden, einem Gebäudetyp, der zum Teil in die Erde eingegraben wurde. Einige Wissenschaftler entwickelten Theorien dazu, wie diese Häuser ausgesehen haben. Dies lässt sich anhand von Merkmalen wie z. B. der Pfostenstellung festmachen. Im Geschichtspark sind diese verschiedenen Möglichkeiten umgesetzt, so dass sie sich mehr oder weniger bewähren können.

Diese Forschung ist in Fachkreisen so bedeutend, dass sich sogar andere Museen hier informieren und beraten lassen.

Mehr dazu erfahren Sie in unseren Fachartikeln.

Die Idee reifte viele Jahre, bis sie von der Vision zur Wirklichkeit wurde. Zwei Ziele standen von Beginn an im Mittelpunkt: zu zeigen, wie es im Mittelalter tatsächlich war, und die gemeinsame Kultur von Slawen und Deutschen sichtbar zu machen. Jahrzehntelang lag der Eiserne Vorhang zwischen den beiden Völkern. Selbst nach der Grenzöffnung schien es mehr zu geben, das uns trennt als das uns verbindet. Der Geschichtspark trägt nun dazu bei, dass die Menschen von diesseits und jenseits die Grenze in ihrem Kopf abbauen und sich wieder näher kommen.

Und noch einen weiteren positiven Effekt hat die Umsetzung der Idee: Bevor der Spatenstich für das erste Gebäude erfolgte, wurde das Gelände in großen Teilen renaturiert. Die Waldnaab darf hier wieder ihrem natürlichen Lauf folgen, Pflanzen können wild wachsen, die Tiere erhalten ihren natürlichen Lebensraum zurück. Besonders stolz sind wir darauf, dass sich sogar ein Schwarzstorch angesiedelt hat – eine Storchenart, die vom Aussterben bedroht ist.

Mehr dazu erfahren Sie in den Informationen zum Trägerverein Via Carolina.