Die Idee - Geschichte leben und erleben
Der Besucher im Geschichtspark Bärnau läuft nicht durch ein Museum, sondern durch ein lebendiges Abbild der Geschichte.
Er sieht ein slawisches Dorf um das Jahr 1000 nach Christus. Hausformen, wie sie seit Jahrhunderten überliefert sind, bilden einen harmonischen Weiler, eingebunden in die wellige Landschaft der kleinen Flussniederung nahe dem Teich. Viehhaltung und Ackerbau, die Lebensgrundlagen, werden vor Ort erwirtschaftet, seine Götter verehrt man in der Natur.
Doch die Geschichte schreitet fort und am Rande des Dorfes fallen dem Besucher sofort zwei Zeugen dieser Entwicklung ins Auge. Im neunten Jahrhundert greift die fränkische Landnahme nach Osten aus. Karl der Große vergrößert sein Reich und die Ottonen befestigen und organisieren die neuen Gebiete und bauen Burgen. Auch hier, an der Grenze zwischen den Machtgebieten, entsteht so ein Verwaltungssitz, auf einem künstlichen Hügel mit Wassergraben herrscht der hölzerne Wehrturm über die Landschaft. Mit den neuen Herren kam ein neuer Glaube und so entstand im Schutze der Turmhügelburg eine hölzerne Kirche, angenähert an die Menschen im Dorf aber doch noch nicht ganz Teil von ihrer Gemeinschaft.
Mögen Burg und Kirche noch so altmodisch wirken, damals waren sie Zeichen des Fortschritts und so schreitet auch der Besucher an ihnen vorbei, weiter in ein Dorf des dreizehnten Jahrhunderts. Kein „slawisch“ oder „frühdeutsch“ sieht man den Häusern an. Stattdessen die Zeichen neuer Technologie: gesägte Bretter und Balken, eine Schmiede mit großem Blasebalg, Drei-Felder-Wirtschaft mit „modernen“ Pflügen und am Gebäude der „neuen“ Schenke richtiges Fachwerk. Der Wirt kann Neues bauen, denn er profitiert von der Goldenen Straße. Diese zieht sich von Nürnberg nach Prag - hier in Bärnau ist beinahe genau ihre Mitte und zudem der letzte Halt vor der Grenze.
Die Bauwerke
Auf dem Freigelände des Geschichtsparks werden Häuser entstehen, die als 1:1 Modelle zu verstehen sind. Es handelt sich um museale Rekonstruktionen in Originalmaterialien. Durch die Verwendung der authentischen Baustoffe und Techniken werden die Bauwerke stabil, witterungsbeständig und begeh- bzw. benutzbar. Durch Handwerksvorführungen und „Mitmach“-Kurse, den Einsatz von Kostümen und
Alltagsgegenständen und das Nachstellen / Nachleben mittelalterlicher Lebenssituationen entsteht so der erlebbare Eindruck eines mittelalterlichen Dorfes und der alltäglichen Lebenswelt unserer Vorfahren in dieser Region.



