2. Treffen des Wissenschaftlichen Beirats im Geschichtspark Bärnau-Tachov
Eine erste Bewährungsprobe überstand das Geschichtsparkteam in Bärnau: Der Wissenschaftliche Beirat gab bei seiner zweiten Tagung sein zustimmendes Votum zu den bisher erledigten Aufgaben und zeigte sich hocherfreut über den bisher getätigten Baufortschritt.
Der Geschichtspark Bärnau-Tachov hat sich seit dem Projektbeginn der Aufgabe verschrieben, die Gebäude nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu bauen. Dies bedeutet nicht nur einen Verzicht auf moderne Bauweisen, sondern auch eine strikte Orientierung am archäologischen Befund. So wird gewährleistet, dass die mittelalterlichen Rekonstruktionen den aktuellen Stand der experimentellen Archäologie wiedergeben. Damit dies ordnungsgemäß geschieht, ist nicht nur mit Stefan Wolters ein Archäologe vor Ort, sondern wird das Projekt auch laufend von einem eigens einberufenen Wissenschaftlichen Beirat berufen. Diesem gehören Wissenschaftler der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, des Landesamtes für Denkmalpflege und des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit aus München, Regensburg und Bamberg an. Sprecher des Rates ist Dr. Michael Henker, der Direktor der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, der in dieser Funktion für die über 1.300 Museen in ganz Bayern zuständig ist.
Nach der konstituierenden Sitzung im Sommer dieses Jahres war dies das erste ordentliche Treffen bei dem die Geschichtsparkbetreiber den hochkarätigen Fachleuten Rede und Antwort stehen mussten. Die bisherigen Ereignisse und begonnenen Baustellen waren ebenso Thema, wie die mittelfristige künftige Entwicklung. Neben den organisatorischen Leistungen gab es bei einer abschließenden Ortsbegehung viel Neues zu sehen. Der Weiher, die Tierhaltung mit Ställen und Flechtzäunen, das Wegesystem und die Beschilderung des Freigeländes legten von der Aktivität des vergangenen halben Jahres ein ebenso beredtes Zeugnis ab, wie die im Aufbau befindlichen mittelalterlichen Häuser, der Lehmkuppelofen mit seiner Überdachung und nicht zuletzt natürlich die rasch voranschreitende Baustelle des modernen Informationszentrums.
Ein weiteres wichtiges Thema des Beirats war seine Erweiterung durch einen tschechischen Wissenschaftler der Universität Pilsen, um dem grenzüberschreitenden Konzept des Geschichtsparks auch in seiner fachlichen Begleitung auf höchster Ebene gerecht zu werden.
Insgesamt zeigte sich der Beirat äußert beeindruckt vom Baufortschritt. Herr Dr. Henker betonte, dass es aus Sicht des Beirats nichts zu bemängeln gab. Ganz im Gegenteil waren die Teilnehmer alle voll des Lobes. Nichtsdestotrotz muss der Geschichtspark auch das hohe Niveau weiter halten, denn am 8. Juni 2011 wird der Wissenschaftliche Beirat das nächste Mal den Stand der Dinge überprüfen.
Mitglieder des Beirats:
- Sprecher: Dr. Michael Henker, Direktor der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern
- Prof. Dr. Ingolf Ericsson, Inhaber des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Leiter des Zentrums für Mittelalterstudien, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
- PD Dr. Hans Losert, Dozent an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Feldarchäologe.
- Dr. Hauke Kenzler, Wissenschaftlicher Assistent an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
- Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Leiterin der Außenstelle Regensburg des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.
- Dr. Jochen Haberstroh, stellvertretender Leiter des Referats Mittelalter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.



