Bäckereiinnung Nordoberpfalz backt im Lehmofen
Mittelalter leben und erleben ist das Motto des Geschichtspark Bärnau-Tachov. Als eine der ersten Gruppen überhaupt hat nun die Bäckereiinnung erfahren dürfen, was dies konkret heißt. Auf Einladung des örtlichen Bäckers Herbert Seer aus Hohenthann wurden im neu gebauten Lehmofen erstmals Brote gebacken wie zu früheren Zeiten.
Der Lehmofen mit seiner eigenen Überdachung ist eines der ersten Gebäude, das im Geschichtspark Bärnau-Tachov entstanden ist. Gebaut wurde er zusammen mit den Bärnauer Kindern im Rahmen des Ferienprogramms von dem Wissenschaftlichen Leiter und Archäologen Stefan Wolters. Nachdem er bereits eine Stunde vorgeheizt wurde, entnahm Herbert Seer die Glut und legte sie auf die Grillstelle. Zusammen mit Alois Spitzner, dem Obermeister der Bäckereiinnung wurden dann zwanzig Brotlaibe in den Lehmofen gelegt. An der Oberfläche erreicht der Ofen über 320 Grad.
Während der Backzeit stellte Stefan Wolters den Bäckern der Region und Vertretern der BÄKO das Gesamtkonzept des Parks vor. So wolle man in Bärnau insgesamt 22 mittelalterliche Häuser rekonstruieren und dem Besucher eine Zeitreise vom 8. bis ins 12. Jahrhundert ermöglichen. Kern des Geschichtsparkskonzept sei dabei die Belebung dieser Häuser. Gerade der Lehmofen als wichtiger Treffpunkt im Dorfgeschehen, werde dabei immer wieder im Mittelpunkt stehen.
Nach 45 Minuten konnten die Bäcker genau aus diesen die frisch gebackenen Brotlaibe holen. Erste Essversuche zeigten, dass das Brot aus dem Lehmofen modern gebackenen Broten in nichts nachstehe. Der Obermeister Spitzner dankte abschließend dem Bäckerkollegen Seer und dem Geschichtsparkteam für die Vorbereitung und zeigte sich erfreut, dass man miterleben durfte, wie vor über 1000 Jahren Brot gebacken wurde.



