Wissenschaftlicher Beirat tagt in Bärnau
Der Wissenschaftliche Beirat des Geschichtspark Bärnau-Tachov kam zu seiner konstituierenden Sitzung in Bärnau zusammen, um einen ersten Eindruck von den aktuellen Planungen und Baumaßnahmen im Geschichtsparkgelände zu bekommen. Neben der inhaltlich-wissenschaftlichen Evaluierung des Projekts ging es vor allem um die Konstituierung des Beirats. So wurde als Sprecher der Direktor für nichtstaatliche Museen, Herr Dr. Henker berufen.
Projektleiter Benjamin Zeitler und Wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters erläuterten ausführlich Idee und Konzept des Geschichtspark Bärnau-Tachov. Letzterer ging dabei insbesondere auf die Bedeutung der authentischen Rekonstruktionen in den Mittelalterdörfern ein. Er legte dar, dass gerade der wissenschaftliche Anspruch dieses Projekt von vielen anderen Einrichtungen abheben wird. Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats sahen dies genauso und gaben noch wertvolle Vorschläge, dieses Projekt weiter voranzubringen. So verwies etwa Frau Dr. Silvia Codreanu-Windauer, die Leiterin der Außenstelle Regensburg des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, auf die Möglichkeit, über Sie bislang unveröffentlichte Unterlagen über den einzigen in Bayern ausgegrabenen slawischen Brunnen einzusehen und diesen einzigartigen Fund aus der Oberpfalz(!) im Mittelalterdorf zu rekonstruieren. Gleichzeitig bot Sie die Möglichkeit an, über den Geschichtspark Bärnau-Tachov in mehreren wissenschaftlichen Zeitschriften Artikel zu publizieren.
Prof. Dr. Ingolf Ericsson, Inhaber des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und Leiter des Zentrums für Mittelalterstudien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg bestärkte alle darin, dass zur Umsetzung des Konzepts eine sehr enge Kooperation mit der Universität Bamberg angestrebt werden sollte. So soll Studenten die Möglichkeit eröffnet werden praktische Seminare in Bärnau abzuhalten und gleichzeitig die Zusammenarbeit in eine formelle Struktur eingepasst werden. Sein Kollege Dr. Losert, dem die Region durch seine Ausgrabungen am Rauen Kulm bestens bekannt ist unterstützte diesen Vorschlag nachdrücklich und sieht der Umsetzung einiger seiner hervorragenden Forschungsergebnisse mit Spannung entgegen.
Insgesamt waren sich alle Teilnehmer einig, dass mit diesem einmaligen Projekt die experimentelle Archäologie in Bayern einen großen Schritt nach vorne macht und sich Bärnau zu einem Zentrum für diesen Forschungszweig entwickeln kann. Mit wohlwollenden Vorschlägen und der Zusage, mit voller Kraft für den Geschichtspark Bärnau-Tachov einzustehen, gab der Wissenschaftliche Beirat den Akteuren vor Ort in Bärnau neuen Rückenwind.
Der Wissenschaftliche Beirat besteht aus folgenden Personen:
- Prof. Dr. Ingolf Ericsson, Inhaber des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Leiter des Zentrums für Mittelalterstudien, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
- PD Dr. Hans Losert, Dozent an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Feldarchäologe.
- Dr. Hauke Kenzler, Wissenschaftlicher Assistent an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
- Dr. Michael Henker, Direktor der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern
- Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Leiterin der Außenstelle Regensburg des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.
- Dr. Jochen Haberstroh, stellvertretender Leiter des Referats Mittelalter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.


