Informationsfahrt ins Ukranenland

DSC_0705Kurz vor dem Start der Baumaßnahmen im Geschichtsparkgelände, wollte sich der Trägerverein Via Carolina e.V. nochmals über andere Mittelalteranlagen in Deutschland informieren. Deshalb organisierte das Projektbüro eine Informationsfahrt ins Ukranenland in der Stadt Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern).

DSC_0122Auf dem Weg dorthin besichtigte die Gruppe mit der Slawenburg Raddusch eines der modernsten Slawenmuseen, das erst kürzlich fertig gestellt wurde. In einem von Umfang und Ausmaß originalgetreuen Nachbau einer Slawenburg (Durchmesser 55m) konnten sich die Besucher informieren, wie eine solche Ausstellung konzipiert ist. Dadurch holte man sich wertvolle Anregungen für die eigene Gestaltung eines Museums im zukünftigen Museumsgebäude.


DSC_0330Im Ukranenland selbst konnten die Bärnauer schließlich erleben, wie erfolgreich ein solches Projekt umgesetzt werden kann. Seit 1995 wird an diesem Slawendorf gebaut und allein im letzten Jahr konnte man 42.000 Besucher verzeichnen. Dabei legten die Erbauer - wie in Bärnau auch - größten Wert auf Authenzität. Neben den Frühmittelalteranlagen haben sie auch eindrucksvolle Hochmittelaltergebäude errichtet. Da das Ukranenland auch an einem kleinen Fluss liegt, haben sich die Aktiven frühzeitig zusätzlich im Schiffbau engagiert und mittlerweile sieben Schiffe authentisch nachgebaut. Größtes Projekt ist derzeit eine mittelalterliche Kogge, an der bereits sieben Jahre gebaut wird.

Die Besucher konnten somit DSC_0458wertvolle Erfahrungen sammeln, wie ein solch großes Projekt in die Tat umgesetzt und schließlich auch erfolgreich betrieben werden kann. So gelang es dem Ukranenland etwa durch die Einrichtung einer Jugendbegegnungsstätte allein im vergangenen Jahr 13.000 Schüler mehrere Tage erlebbare Geschichte zu vermitteln.


25042010213Auf der Rückfahrt besichtigte die Gruppe noch das Museumsdorf Düppel. Dort betreut seit über 30 Jahren ein Verein ein Frühmittelalterdorf und konnte in diesem Zeitraum bereits über eine Million Besucher verzeichnen. Dort holte man sich neben den Vermarktungskonzepten vor allem Anregungen zum Erhalt der Gebäude. Schnell wurde deutlich, dass auch die Frühmittelalterhäuser ohne Problem 30 Jahre ohne großere Baumaßnahmen erhalten werden können.


Insgesamt war die Fahrt für Via Carolina nicht nur eine Informationsfahrt, sondern auch eine Bestätigung dafür, dass sich der Geschichtspark Bärnau-Tachov absolut auf dem richtigen Weg befindet.