Startschuss nach über sieben Jahren Planung
Sieben Jahre hat es gedauert, bis eine kühne Vision endlich den Startschuss hören kann: Der grenzüberschreitende Geschichtspark Bärnau-Tachov wird Realität. Am Montag waren Planer, Förderer, Mitstreiter und viele "Offizielle" zum Spatenstich am Gelände an der Naaber Straße angetreten.
Die Gäste sparten nicht mit großen Worten für das "Leuchtturmprojekt". Manche verwiesen aber auch auf die Herausforderung bei der Zielsetzung des Vorhabens als überregional bedeutsame Bildungseinrichtung.
Stifte stattt Schnitzmesser oder Spaten
Allein die Spaten suchten die Gäste am Montag vergebens. Mit Blick auf die Zielsetzung des Kulturprojekts hatte Alfred Wolf, als Vorsitzender des Vereins Via Carolina, auf diese "moderne" Form des offiziellen Auftakts verzichtet. Vielmehr durften die Gäste ihre Namen auf einem ausgesägten Stück Baumstamm verewigen, der dann im Geschichtspark einen Platz finden wird. Immerhin war Wolf so entgegenkommend, für die Aktion Filzstifte und keine Schnitzmesser zu verteilen.
Groß war die Schar der Gäste, die am Montag beim "Spatenstich" für den Geschichtspark Bärnau-Tachov dabei sein wollten. Allein 15 Bürgermeister aus Tschechien waren gekommen sowie Gemeindeoberhäupter aus Bayern, Senatoren, Abgeordnete, Vertreter der Euregio Egrensis oder aus den Bezirks- und Landesregierungen. "Sie alle sind heute Zeitzeugen eines geschichtlichen Ereignisses", verdeutliche Alfred Wolf - und für die Gäste aus Tschechien Übersetzer Robert Dvorak.
Leicht nervös war der Vorsitzende des Vereins Via Carolina nicht nur aufgrund der großen Gästeschar. Mit dem offiziellen Startschuss für den Geschichtspark kommen auf den Verein als "Bauherrn" auch große Aufgaben zu. Stattliche 4,2 Millionen Euro sollen in den Mittelalterpark verbaut werden, rund 70 Prozent Förderung hat der bayerisch-tschechische Lenkungsausschuss dazu bewilligt. Entstehen wird ein Stück erlebbare Geschichte mit experimenteller Architektur, einem bewohnbaren Freilandmuseum, aber auch einem ansehnlichen Drei-Seit-Hof, in dem Gastronomie und Tagungsräume untergebracht werden.
Erlebbares Bildungsprojekt
Das Projekt wird Böhmen und Bayern ein weiteres Stück zusammenbringen, bestätigten unter anderem Landrat Wolfgang Lippert oder Senator Miroslav Nenutil. In den kommenden vier Jahren soll nach den Ausführungen Wolfs ein ehrgeiziges Kulturprojekt verwirklicht werden, das als erlebbares Bildungsprojekt der gemeinsamen Geschichte für die Oberpfalz und den Bezirk Pilsen überregionale Bedeutung besitzt. Entscheidend ist dabei auch die Einbindung der "Goldenen Straße", die auf tschechischer Seite noch in vielen Bereichen gut erkennbar sei.
Dabei soll auch die Zeit der Ausführung schon in Form einer "gläsernen Baustelle" als besondere Attraktion genutzt werden. Beim "Spatenstich" bat Wolf, bei der Unterstützung des Vorhabens nicht nachzulassen. "Wir nehmen auch Holz und Lehm", gab der Via-Carolina-Vorsitzende den Gästen mit auf den Weg. Am Montag durften die jedoch einiges mitnehmen: eigens geprägte Münzen, einen Schluck Geschichtspark-Bier und einen Blick auf die Pläne des Parks. Die freilich hatte Alfred Wolf auf dem Marktplatz aufgebaut.


