Baubeginn für den Geschichtserlebnispark

In einem grenzüberschreitenden Geschichts-Erlebnispark sollen künftig Besucher das Leben der Menschen vor rund 1000 Jahren erleben können. Das mehr als vier Millionen Euro teure Projekt wird gemeinsam im oberpfälzischen Bärnau (Landkreis Tirschenreuth) und im benachbarten Tachov in Tschechien entstehen. 

Der Bau des Geschichtsparks Bärnau wird voraussichtlich bis Ende 2013 dauern. Der Park soll später mittels experimenteller Archäologie den mittelalterlichen Handelsweg "Die Goldene Straße", die einst von Nürnberg nach Prag führte, für Schüler und Touristen erlebbar machen.


"Wir wollen die Besiedelung vom 5. bis 12. Jahrhundert in Originalbau-form bewohnbar wieder aufbauen", sagte Alfred Wolf vom zuständigen Verein "Via Carolina". Dabei sollen die verschiedensten Gebäudetypen wie ein Langhaus, Stelzenbauten, eine frühchristliche Kirche und eine sogenannte Motte, eine Kleinburg auf einem Erdhügel, entstehen. "Wir werden etwa 20 Gebäude errichten", erklärte Wolf.

Auf der tschechischen Seite im Bereich des früheren Todesstreifens soll ergänzend ein historischer Landschaftspark entstehen, später sind weitere Bauprojekt im Raum Tachov geplant. Außerdem soll ein Bayerisch-Böhmisches Museum eingerichtet werden. Das ganze Projekt ist als europäisches Jugendbildungszentrum gedacht. Die Verantwortlichen wollen künftig Schulklassen aus dem ganzen Bundesgebiet nach Bärnau holen, um einige Tage lang Geschichte hautnah zu erleben. Zudem sollen Touristen angelockt werden. Dadurch sollen in der strukturschwachen Region auch Arbeitsplätze entstehen.

"Das ist wirklich ein europäisches Pilotprojekt", meinte Wolf. Die Kosten werden zum größten Teil von der EU getragen. Brüssel übernimmt 70 Prozent der Kosten auf bayerischer Seite, in Tschechien sind es 85 Prozent. Das Projekt wird von Experten der Universitäten Wien und Bamberg begleitet.