Tag des offenen Denkmals ein voller Erfolg

Getreu dem Motto „Mittelalter leben und erleben“ hat der Geschichtspark Bärnau – Tachov seine Besucher am Tag des offenen Denkmals auf eine Zeitreise ins Mittelalter mitgenommen. Über 1000 Besucher ließen sich von den Mittelalterdarstellern und den rekonstruierten Gebäuden im Park in eine Reise ins Mittelalter entführen.
Über 30 Mittelalterdarsteller belebten die Gebäude und schufen so den Eindruck eines authentischen Mittelalterdorfes, in dem viele Aktionen zum zuschauen und selber mitmachen eingeladen haben. Beispielsweise konnten sich die Museumsbesucher im Speerwerfen und Bogenschießen üben und versuchen die aufgestellten Ziele zu treffen. Auf dem Rundgang durch den Park konnte man den Dorfbewohnern auch bei der damals üblichen Arbeit über die Schulter sehen. So konnte man alte und teilweise heute vergessene Handwerke bewundern, wie beispielsweise das Nadelbinden, das Nähen mittelalterlicher Gewänder oder das Spinnen mit der Handspindel. Genauso konnte man beim Bau an den Gebäuden und der Gartenarbeit zusehen.
An jeder Ecke war das Mittelalter auf andere Art und Weise erlebbar. Sogar beim Kubb-Spielen – einem mittelalterlichen kegelähnlichen Spiel – konnte man die Dorfbewohner beobachten. Neben ihren Tätigkeiten beantworteten die Reenactors die Fragen der interessierten Museumsbesucher und wussten viel über die Zeit, die sie darstellen zu erzählen. Sogar die Motte hatte eine Besatzung und so konnte man im Turm voll ausgerüstete Ritter mit Kettenhemd und Speer sehen. Abwechselnd überwachten sie von der Plattform aus das Gebiet und standen für Fotos mit den Besuchern bereit.
Ein Highlight des Tages war das Brotbacken im museumseigenen Lehmofen. Schon seit dem Vortag wurde der Ofen beheizt, um schließlich am Sonntagnachmittag die benötigte Temperatur zum Brotbacken zu erreichen. Viele Besucher scharrten sich um den Bäcker, während er die Glut aus dem Ofen entfernt und den vorbereiteten Brotteig bäckt. Nach einer dreiviertel Stunde sind die 19 Brote schließlich fertig und werden heiß und duftend aus dem Ofen geholt. Schon nach kurzer Zeit waren alle Brote an die Besucher verteilt.
Aber nicht nur im Park war für die Besucher einiges geboten, sondern auch das Veranstaltungsgelände lud zum Verweilen ein. So konnte man einem Schmied beim Werkzeugbau und einem Steinmetz zusehen und sich auch selbst daran probieren. Natürlich war auch bestens für das leibliche Wohl gesorgt und so konnte man den Museumsbesuch mit einem belegten Fladen, einer Gemüsepfanne, Steckerlfisch und anderen Leckereien im Biergarten ausklingen lassen. Neben Kaffee und Kuchen wurde auch das Geschichtsparkbier Kniesenack ausgeschenkt. Für die musikalische Umrahmung sorgte die tschechische Gruppe Musica Vagantium (www.musicavagantium.cz) und begeisterte die Besucher mit ihren mittelalterlichen Melodien.
Herzlich bedanken möchten wir uns bei den fleißigen Helfern aus den Mittelaltergruppen „Bürgertum um 1250“ aus Weiden, „Amici Morum“ aus Amberg, „Ottonenzeit“, „Franco-flämisches Kontingent“, „Wilder Haufen“ aus Puchheim, den „Nabburgern“, den „Vogelfreyen“ aus Bärnau und der „IG Turmhügelburg“ aus Schweinfurt für das erlebbar machen der mittelalterlichen Lebensweise.