Gast baut mittelalterlichen Einbaum
Anatol Donkan, ein Angehöriger der ostsibirischen Volksgruppe der Nanai baut für den Weiher im Park einen Einbaum. In der Binnenfischerei wurden auch im Mittelalter weiterhin der bewährte Einbaum eingesetzt. Die meisten Einbaumfunde des Mittelalter unterscheiden sich kaum von den Einbäumen der vorrausgegangenen Zeitepochen.Das sieben Meter lange Boot für den Geschichtspark soll Lasten von bis zu 2,5 Tonnen tragen und für den Fischfang genutzt werden. Baustoff dafür ist eine 70 Jahre alte Pappel.
Bevor dem Baum seine endgültige Form gegeben werden kann, musste die Rinde entfernt werden. Schließlich begann Donkan, den Boden des Bootes zu bearbeiten, um eine gerade Fläche zu schaffen. Für die Ausarbeitung der Sitzflächen war die Absprache mit dem Archäologen Stefan Wolters erforderlich, um eine authentische Rekonstruktion für die oberpfälzer Gegend zu garantieren.
Donkan selbst hat das Handwerk nicht in seiner Kindheit gelernt, sondern hat sich später vieles selbst beigebracht oder durch Befragung älterer Menschen gelernt. Sein Antrieb dafür war immer das Interesse an der Kultur seiner Vorfahren. Damit hat er sich auch als Ziel gefasst, die Kultur und Besonderheiten der Nanai zu bewahren und vor dem Vergessen zu schützen. Aus diesem Grund gründete Donkan auch das Amur Art Museum (www.amur-art-museum.de) in Wien, in dem er das fast vergessene Handwerk der Fischlederverarbeitung, für das die Nanai bekannt sind, darstellt und vorführt.
Der Einbaum wird am Aktionstag „Fisch im Mittelalter“ beim Abfischen vorgeführt werden. Interessierte können auch bei der Herstellung während der nächsten Tage zusehen.


