Archäologen auf Wanderschaft

Da hat sich so mancher verwundert die Augen gerieben. In mittelalterlicher Gewandung marschieren zwei junge Männer schwer bepackt durch die Gegend. Julian Decker und Bernhard Muigg, beide von Beruf Archäologen, legten in zwei Tagesetappen den Weg von Neustadt am Kulm nach Bärnau in den Geschichtspark zurück, mit Kleidung, Schuhwerk und Gepäck wie vor mehr als 1000 Jahren.
Julian Decker, gebürtiger Kemnather, hat an der Uni Bamberg studiert und sich in seiner Magisterarbeit mit der Sachkultur des 9. und 10. Jahrhunderts  in Nordostbayern auseinandergesetzt. Seinen österreichischen Kollegen Bernhard Muigg aus Innsbruck hat er während des Studiums kennengelernt. Beide waren über längere Zeit bei den Grabungsarbeiten am Rauhen Kulm unter der Leitung von Dr. Hans Losert im Einsatz.
Der Selbstversuch, sich in selbst hergestellter Kleidung und Schuhwerk mit einer 15 Kilogramm bepackten Kraxe auf den Weg zu machen, war eine wertvolle Erfahrung für beide, auch wenn vor allem die Füße am Ziel doch schmerzten. Die Nacht wurde trotz einsetzenden Regens unter freien Himmel bei Windischeschenbach verbracht. Unterwegs seien sie auch spontan und extrem nett aufgenommen und bewirtet worden.
Am Ziel in Bärnau wartete schließlich eine feste Behausung, das slawische Pfostenhaus. Decker und Muigg zeigten sich begeistert vom Bärnauer Geschichtspark und konnten davon berichten, dass die Einrichtung in der Fachwelt und der Mittelalterszene lobend in aller Munde sei. Der Vorsitzende des Trägervereins Via Carolina e.V., Alfred Wolf, empfing die beiden Archäologen mit einem Begrüßungsbier, dem „Kniesenack“. Julian Decker und Bernhard Muigg verbrachten zwei Nächte im Mittelalterhaus und standen den vielen Besuchern Rede und Antwort, und sie versprachen, wieder zu kommen.