Teileröffnung mit Wissenschaftsminister Dr. Heubisch

110730_erffnungsrede_heubisch.jpgSieben Jahre wurde geplant, ein Jahr gebaut. Am Samstag eröffnete der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch zusammen mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Landratstellvertreter Franz Stahl und vielen weiteren Ehrengästen aus Deutschland und Tschechien einen Teilbereich des Geschichtsparks Bärnau-Tachov im Landkreis Tirschenreuth.

Da half auch das Lagerfeuer nicht mehr. Nass und kalt war es am Wochenende bei der Eröffnung des Geschichtsparks Bärnau-Tachov. Die Prominenz sparte nicht mit Lob für die Initiatoren vom Verein "Via Carolina". "Das Projekt wird die Museumslandschaft total verändern", erklärte Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch.

Heubisch lobte das 4,4-Millionen-Euro-Projekt als eines, das Potenzial habe, künftig Maßstäbe in der Vermittlung von Geschichte zu setzen. "Diese Anlage wird die Museumslandschaft total verändern. Das ist eine wegweisende Entwicklung. Der Geschichtspark baut Brücken in einem Grenzgebiet, das viele immer noch mit dem eisernem Vorhang in der jüngsten Geschichte verbinden", sagte der Staatsminister. Zwei deutsche, ein polnischer und ein tschechischer Geistlicher segneten das mittelalterliche Freilandmuseum zum mitmachen.

So realitätstreu wie nur möglich wollen die Macher vom Verein Via Carolina das Museum gestalten. Auf tschechischer Seite sind die Mitstreiter des Tachover Vereins "Terra Tachovia" damit beschäftigt, die 20 Kilometer der ehemaligen goldene Straße zwischen den beiden Orten weitestgehend originalgetreu zu rekonstruieren. Auch dort wird sehr viel Wert auf geschichtliche Information gelegt. "Meilensteine der Geschichte" erinnern an berühmte Personen, die einst aus unterschiedlichsten Gründen auf der Goldenen Straße reisten. Ein solcher Meilenstein ist auch dem böhmischen Reformator Jan Hus gewidmet.

Der stellvertretende Landrat von Tirschenreuth, Franz Stahl, betonte, die Aufgabe des mittelalterlichen Geschichtsparks bestünde darin, Geschichte authentisch zu vermitteln. Ein Stück werde das Mittelalter auch entglorifiziert. Es werde daran erinnert, dass es für die meisten Menschen eine schwere und harte Zeit gewesen ist. Deshalb habe das Museum in Bärnau auch nichts mit Disneyland gemein.

Von einem ganz besonderen Tag sprach "Via-Carolina"-Vorsitzender Alfred Wolf. Mit der Teileröffnung sei ein großes Etappenziel erreicht worden. "Was hier in der Oberpfalz entstanden ist, ist aller Ehren wert". Roman Soukop, Vorsitzender vom Patenverein "Terra Tachovia" zeigte sich begeistert von der Schnelligkeit, mit der der Park in Bärnau entsteht. Der am besten erhaltene Teil der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag befände sich im Grenzgebiet. Er soll über die kulturelle und geschichtliche Vergangenheit informieren.

Text von der Neue Tag vom 01.08.2011