Geschichtspark feiert Teileröffnung

2011_brn_geschichtspark_wolters_zeitler_wolf_1.jpgZur Teileröffnung des Geschichtsparks Bärnau-Tachov am Wochenende 30./31. Juli hat sich eine Mittelaltergruppe aus Bayeux in der Normandie angesagt. Sie wird zusammen mit weiteren rund 40 Mittelalterfans aus ganz Deutschland das historische Volk beim Fest stellen. Handwerker stellen ihre Fähigkeiten unter Beweis. In den bereits fertiggestellten Häusern des Mittelalterdorfes können sich die Besucher hautnah ein Bild vom alltäglichen Leben im Mittelalter machen. Bewaffnetes Kriegsvolk wird den Bereich um die 13 Meter hohe Turmhügelburg, die sogenannte Motte, bevölkern.

Nach sieben Jahren Planung und mehr als einem Jahr Bauzeit öffnet das größte Freilandmuseum in Süddeutschland seine Pforten und lädt zu einer Zeitreise vom 8. bis ins 12. Jahrhundert ein. Der wissenschaftliche Leiter Stefan Wolters betont, dass in Bärnau nie ein komplett fertiges Museum zu sehen sein wird: "Hier wird ständig alles wachsen und ein sehr lebendiges Museum entstehen."

Bis 2013 sollen die wesentlichen Bauten des EU-geförderten Projektes abgeschlossen sein. In der Endausbaustufe stehen dann 20 mittelalterliche Häuser auf dem Areal. Offiziell eröffnet der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Wolfgang Heubisch, am Samstag, 30. Juli, um 10 Uhr den Geschichtspark. Anschließend erfolgt die kirchliche Segnung. Ab 14 Uhr ist der Park für Besucher geöffnet. Um 19 Uhr geht das "Hamma-Damm-Musikfestival" mit "Segam und Andi B." sowie dem "Endow County Ukulele Orchestra" über die Bühne.

Unter dem Motto "Tauchen Sie ein ins Mittelalter" beginnt der Familientag am Sonntag um 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühschoppen. Mittagessen gibt es ab 11.30 Uhr. Ob Speerwerfen, eine Lehmwand bauen oder Brot backen, jeder kann an diesem Tag seine Fähigkeiten testen. Musikalisch sorgen "Amici Musicae Antiquae" für beste Stimmung. Der Eintritt ins Museum kostet drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder ab sieben Jahren. Der Besuch des Aktionsbereiches mit Musik, Spiel, Speis und Trank vor dem Funktionsgebäude ist kostenlos.

Alfred Wolf, der Vorsitzende des Vereins "Via Carolina", strahlt, wie er das nur selten tut. Dass ein Verein ein Projekt für 4,4 Millionen Euro schultert, sei sicher nicht alltäglich. So etwas funktioniere nur, wenn genug Enthusiasten mitarbeiteten, die das Projekt als ihr eigenes ansähen. "Deshalb ist das hier ein Projekt mit Herz."

Mit der Teileröffnung sei ein wichtiges Etappenziel erreicht worden. Die Projektleitung mit Dr. Benjamin Zeitler und Stefan Wolters, die vielen Ehrenamtlichen und die beteiligten Firmen hätten seit einem Jahr mächtig Tempo gemacht, um den Termin zu verwirklichen. Archäologe Stefan Wolters unterstreicht einmal mehr, dass sich das Museum in zwei klar abgegrenzte Bereiche aufteilt - in das "Spaßmittelalter" und den streng nach wissenschaftlichen Kriterien errichteten Bereich.

Alfred Wolf freut sich, dass die deutsche Mittelalterszene so positiv auf den Bärnauer Geschichtspark reagiert. Zwar gäbe es ähnliche Projekte, aber bei weitem nicht in dieser Größenordnung. Die Betreuung durch den wissenschaftlichen Beirat habe erheblich dazu beigetragen, dass die Anlage auch fachlich in der deutschen Museumslandschaft anerkannt sei, ergänzt Benjamin Zeitler. 7000 ehrenamtliche Stunden leisteten rund 80 Aktive bisher. Im kommenden Jahr wird eine große Herberge und eine Kirche entstehen. Alfred Wolf verspricht: "Die Menschen werden begeistert sein von unserer Anlage." Ab 1. August ist der Geschichtspark Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind jederzeit nach Terminvereinbarung möglich.