Richtfest für slawisches Blockhaus

110430_bau_blockhaus.jpgDer Geschichtspark Bärnau – Tachov ist um ein weiteres Bauwerk reicher. In wochenlanger Detailarbeit hat das Team „Steinberg“ ehrenamtlich für ein frühmittelalterliches slawisches Blockhaus gearbeitet. Nun konnten die Akteure im Frühmittelalterdorf des Geschichtspark ihr Haus aufstellen. Beim „Zoigl“ in Bärnau entstand in gemütlicher Runde die Idee, den Bau eines kompletten Hauses im Geschichtspark zu übernehmen.

Gunter Schmied, Aktivposten in der Vorstandschaft des Trägervereins „Via Carolina e.V.“, hatte schnell eine schlagkräftige Mannschaft zusammen. Es sollte schon ein besonderes Haus sein. Deshalb ließ sich das Team vom Archäologen Stefan Wolters überzeugen, das slawische Blockhaus in Angriff zu nehmen. Nun ist Gunter Schmied mächtig stolz auf die harmonische Truppe, denn seit Anfang Februar waren insgesamt mehr als 600 Arbeitsstunden notwendig, um mehr als 300 qm Balken und Spinde vorzubereiten und mit der Breitaxt zu behauen.
Balken für Balken musste nun am vorbereiteten Platz im Geschichtspark eingepasst werden, dazwischen wurde Hanf eingearbeitet, um eine bessere Isolierung zu erreichen. Der Fußboden aus Lärchenspinden, ebenfalls mit der Axt behauen, wurde fachgerecht eingebaut. Mit gemeinsamer Manneskraft wurde der Mittelteil mit Pfette aufgerichtet, jeder Sparren mit Holznägeln befestigt. Herausgekommen ist ein sehenswertes Werk.

110430_bau_blockhaus_gruppe.jpgMit Peter Schaller, Lehrer für das Zimmerhandwerk an der Berufsschule Wiesau, und Peter Riedl, im Beruf Zimmermann, hatte das Team absolute Profis in ihren Reihen. Der Vorstand der Bärnauer Feuerwehr, Gerald Freundl, Stefan Ockl, Markus Götz, Eduard Frank, Gunter Schmied und Reinhard Göhl waren Woche für Woche im Einsatz, um das markante Blockhaus zu verwirklichen.
Erst samstags, dann auch unter der Woche Dienstag und Donnerstagabend wurde in der Halle von Architekt Georg Sollfrank fleißig Balken für Balken bearbeitet, bis nun in der letzten Woche das slawische Blockhaus an seinen vorgesehenen Platz errichtet wurde.

Mit einem Familienfest, mit Ehefrauen und Kindern, wurde das Hebfest bei Kuchen und Gegrilltem würdig begangen. Doch noch ist das Werk nicht vollendet. Derzeit erfolgt die Dacheinlattung, anschließend wird mit Lärchenschindeln das Dach gedeckt. Rund um den Bau müssen noch eine Vielzahl an Feldsteinen geschlichtet werden, was für eine natürliche Entwässerung notwendig ist.