Weiden aus Weiden für Bärnauer Baumeister
Fertighäuser mit passender Umzäunung - so etwas gab es im Mittelalter noch nicht. Alles mussten die Menschen per Muskelkraft und aus den vorhandenen Naturmaterialien in langwierigen Arbeitsschritten herstellen. Auch für den Bau des Geschichtspark Bärnau-Tachov nach historischen Vorbildern werden Unmengen an natürlichen Baumitteln gebraucht. Um so mehr freut sich der Trägerverein Via Carolina über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Weiden.
Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz, der Chef der Stadtgärtnerei, Norbert Leibl, und Gärtnermeister Thomas Huber übergaben an Benjamin Zeitler, den Projektleiter des Geschichtsparks Bärnau Tachov, zwei weitere Wagenladungen mit Weidenästen. Die Weiden müssen schon zu dieser Jahreszeit geschnitten werden, weil im Frühjahr Vögel darin nisten. Aus diesem Grund ist das Schneiden der Weiden in den Sommermonaten nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz verboten.
Für die Weiden aus Weiden dankte Zeitler auch im Namen von Alfred Wolf, dem Vorsitzenden des Trägervereins Via Carolina. Doch kostenlos wollte Zeitler das Baumaterial nicht. Er schlug, wie im Mittelalter üblich, einen Tauschhandel vor und überreichte im Gegenzug Bier und einen Tonkrug.
Die Firma Magnitz übernahm den Abtransport der Zweige. In den kommenden Monaten sollen daraus Flechtzäune und Wandflechtelemente für die mittelalterlichen Häuser entstehen. Ohne diese Konstruktion würden die Lehmwände nicht halten, erklärte Zeitler. Vor der endgültigen Verarbeitung müssen die Äste erst zurechtgeschnitten und für zwei Wochen ins Wasser gelegt werden. Ohne dieses Wasserbad sind sie nicht elastisch. Dies sei für die Weiterverarbeitung jedoch notwendig. Norbert Schmieglitz, Pressesprecher der Stadt, dankte stellvertretend für Oberbürgermeister Kurt Seggewiß Benjamin Zeitler für die sinnvolle Weiterverarbeitung der Weidenäste. Gärtnermeister Thomas Huber sagte der Flussmeisterei Dank für das Bereitstellen der Weiden.


