Grubenhaus erhält Reetdach

Reetdachdeckung GrubenhausDie etwas milderen Temperaturen werden im Geschichtspark Bärnau-Tachov genutzt, den Bauprozess fortzuführen. Als erstes wird das Reetdach des Grubenhauses gedeckt. Dazu ist ein Spezialist aus Berlin eingetroffen, der das Geschichtsparkteam in die Kunst des Reetdachdeckens einweist. Neben den Holzschindeln waren Stroh und Reet die typischen Dacheindeckungsmaterialien.Gerade auf dem Land blieben diese lange von Bedeutung.

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Im Mittelalter entstanden und wuchsen jedoch auch zahlreiche Städte und wurden zu wirtschaftlichen, politischen und religiösen Mittelpunkten. Durch den Anstieg der Bevölkerungsdichte stieg auch der Bedarf an Nahrungsmitteln, dies wirkte sich wesentlich auf den Hausbau aus. Es kam zu einer dichteren und mehrgeschossigen Bebauung, da der begrenzte Raum innerhalb der Stadtmauern optimal genutzt werden musste. Die verschiedenen Bevölkerungsschichten entwickelten verschiedene Bauweisen, die deren Bedürfnissen entsprachen. Rathäuser, Klöster, Kirchen und die Häuser Wohlhabender wurden aus Back- oder Bruchsteinen hergestellt, Bauernhäuser aus Holz, Lehm und Reet. Brach in der Stadt ein Feuer aus, sprang dies von Haus zu Haus und richtete oft verheerende Schäden an.

 In städtischen Gebieten wurden im Laufe der Zeit die Holzhäuser mit Reetdach durch Steinbauwerke mit harter Bedachung ersetzt. Dieser Prozess dauerte allerdings sehr lange. Die Stadt Flensburg z.B. verabschiedete im Jahr 1388 eine Rechtssatzung mit der Forderung, alle Neubauten mit Steindächern zu versehen. Erst 1770 verschwand das letzte Weichdach der Stadt. Da im Geschichtspark Bärnau-Tachov ein idealtypisches frühmittelalterliches Dorf dargestellt wird, ist das Reet als typische mittelalterliche Dacheindeckung auch in unserem Raum hervorragend geeignet.

 

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